Entwicklung der Inklusion im Land Bremen

 

Bremen blickt auf lange Jahre Erfahrung in der integrativen und kooperativen Beschulung von Schülerinnen und Schüler mit sonder­pädagogischen Förderbedarf zurück. Bereits Ende der siebziger Jahre gab es erste Projekte zur Integration an Grundschulen im Land Bremen. Seit Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts werden alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam an den Grundschulen unter­richtet, für Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf Wahrnehmung- und Entwicklungsförderung begann die schrittweise Einführung der kooperativen Beschulung in den Regel­schulen bis Klasse 12. Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpäda­gogischen Förderbedarf Lernen und Sprache wurden bis 2009 in den Jahrgängen 5 bis 10 in eigenen Förderzentren unterrichtet.

 

Mit dem Inkrafttreten des Schulgesetz 2009, worin der klare Auftrag an alle Bremer Schulen gegangen ist, sich zu inklusiven Schulen zu entwickeln, konnten auf vorhandene Erfahrungen aufgebaut werden. Der inklusive Gedanke war unter den Eltern und Fachkräften in den Bremer Schulen, besonders in den Grundschulen und Förderzentren, bereits vorhanden. Seit 2009 gilt es, diesen Prozess neben dem Schaffen von Strukturen auch qualitativ mit Inhalt zu füllen. Nicht zu unterschätzen ist dabei das sehr hohe Engagement aller am Prozess Beteiligten in dem Bewusstsein: Inklusion ist ein Menschenrecht.

Voraussetzung für das Gelingen einer solchen umfangreichen Reform ist es, die Bremer Schulentwicklung als Ganzes zu betrachten. So war es zunächst entscheidend, dass die Schulen sich der Reform zur Oberschul­entwicklung, der Entwicklung zu Ganztagsschulen, der Neuausrichtung der Grundschulen und der Gymnasien stellen. Neue Unterrichtsmethoden wie z.B. der Weg zum individualisierten Unterricht sowie die Orientierung am Projektunterricht, die Einführung der Jahrgangsarbeit und auch jahrgangsübergreifender Arbeit sind Basis für gelingende Inklusion.

Im Grundschulbereich konnten wir die Bedarfe in der Stadtgemeinde Bremen bereits budgetieren (6,0% aller Schülerinnen und Schüler erhalten 3,0 Lehrerwochenstunden sonderpädagogische Förderung). Im Sekundar­bereich erhalten in Bremen je 5 Schülerinnen und Schüler mit dem sonder­pädagogischen Förderbedarf Lernen/Sprache/Verhalten 15 Lehrerwochen­stunden Sonderpädagogik. Schülerinnen und Schüler mit dem sonder­pädagogischen Förderbedarf Wahrnehmung – und Entwicklungsförderung werden entsprechend ihrer Stundentafel Vollzeit mit Sonderpädagogen beschult. Hinzu kommt ein umfangreiches Assistenzprogramm.

Bis zum Schuljahr 2017 kann bei weiterer Bereitstellung der in der Bertelsmannstudie genannten Ressourcen der Prozess des Übergangs Förderzentrum – Regelschule abgeschlossen sein, ausgenommen die regional übergreifenden Förderzentren Hören, Sehen und körperlich-motorische Entwicklung.

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